Zwei Standards, ein Ziel
API SP und ILSAC GF-6 sind beide aktuelle Standards für Benzinmotoröle und eng miteinander verbunden. API SP stammt vom American Petroleum Institute und konzentriert sich auf den Motorschutz. ILSAC GF-6 stammt von einem gemeinsamen Branchenausschuss und baut auf der API-Kategorie auf, indem es Anforderungen an die Kraftstoffeffizienz ergänzt.
In der Praxis erfüllt ein Öl, das ILSAC GF-6 entspricht, auch die zugehörigen API-SP-Anforderungen. Du kannst dir API SP als das Schutzfundament vorstellen und ILSAC GF-6 als dieses Fundament plus zusätzliche Prüfungen zur Kraftstoffeffizienz.
Was jeder Standard ergänzt
API SP brachte stärkeren Schutz in Bereichen, die für moderne Motoren wichtig sind. Es behandelt die Vorentflammung bei niedriger Drehzahl, oft LSPI genannt, die turboaufgeladene Benzin-Direkteinspritzer belasten kann. Es zielt außerdem auf den Schutz der Steuerkette vor Verschleiß und auf eine bessere Kontrolle von Ablagerungen und Schlamm ab.
ILSAC GF-6 übernimmt diese Schutzfunktionen und ergänzt Anforderungen, die auf die Kraftstoffeffizienz und deren Stabilität über die Lebensdauer des Öls abzielen. GF-6 ist in zwei Kategorien unterteilt. GF-6A deckt die gängigen Viskositätsklassen ab und ist abwärtskompatibel mit früheren ILSAC-Ölen ausgelegt. GF-6B ist eine separate Kategorie für bestimmte besonders dünnflüssige Öle und nicht abwärtskompatibel, daher sollte es nur dort verwendet werden, wo es ausdrücklich vorgeschrieben ist.
Warum die Viskosität weiterhin getrennt bleibt
Es ist leicht, eine Spezifikation mit einer Viskositätsklasse zu verwechseln, aber sie sind verschiedene Dinge. Eine Spezifikation wie API SP oder ILSAC GF-6 beschreibt, wie das Öl funktioniert und welche Tests es bestanden hat. Eine Viskositätsklasse wie 0W-20 oder 5W-30 beschreibt, wie das Öl im kalten und im heißen Zustand fließt.
Ein einzelnes Öl trägt beides: eine Klasse und eine oder mehrere Spezifikationen. Deine Betriebsanleitung gibt die Klasse und die Spezifikation an, die dein Motor benötigt. Gleiche beide ab, und du hast richtig gewählt. Wenn du die Spezifikation erfüllst, aber die falsche Klasse verwendest, oder umgekehrt, verfehlst du trotzdem das, wofür der Motor ausgelegt wurde.