Was die Grundölgruppen sind
Jedes fertige Motoröl besteht aus einem Grundöl plus einem Additivpaket. Das American Petroleum Institute (API) teilt Grundöle anhand ihrer Verarbeitung und chemischer Eigenschaften wie Sättigungsgrad, Schwefelgehalt und Viskositätsindex in fünf Gruppen ein.
Die Gruppen I und II sind direkt aus Rohöl raffinierte Mineralöle, wobei Gruppe II stärker raffiniert und stabiler ist als Gruppe I. Gruppe III ist ein Mineralöl, das sehr stark raffiniert (hydrogecrackt) wurde, wodurch es Eigenschaften nahe einem Synthetiköl erhält. Gruppe IV ist Polyalphaolefin (PAO), ein echtes, chemisch synthetisiertes Grundöl. Gruppe V ist eine Sammelkategorie für Grundöle, die nicht in die anderen Gruppen passen, etwa esterbasierte Öle, die oft in Mischungen statt allein verwendet werden.
Warum „synthetisch“ auf dem Etikett variiert
Das Wort „synthetisch“ ist nicht überall gleich streng definiert. In vielen Märkten kann ein Gruppe-III-Grundöl rechtlich als „synthetisch“ oder „vollsynthetisch“ verkauft werden, weil seine Leistung an die eines PAO heranreicht, obwohl es aus Rohöl gewonnen wurde. Ein Gruppe-IV-PAO-Öl ist im strengen chemischen Sinn synthetisch. Deshalb können zwei Flaschen, die beide mit „synthetisch“ gekennzeichnet sind, auf unterschiedlichen Grundölen aufgebaut sein.
Für die meisten Fahrer ist dieser Unterschied weniger wichtig, als er klingt. Sowohl gut gemachte Gruppe-III- als auch Gruppe-IV-Öle können ausgezeichneten Schutz bieten, und beide können anspruchsvolle Spezifikationen erfüllen.
Wie das mit der Ölwahl zusammenhängt
Die Grundölgruppe beschreibt Qualität und Chemie, ist aber getrennt von der Viskositätsklasse (der SAE-Nummer) und von den Spezifikationen, die das fertige Öl erfüllt (API, ILSAC, ACEA oder eine OEM-Freigabe). Bei der Ölwahl solltest du keiner bestimmten Gruppe nachjagen. Gleiche stattdessen die Klasse und die Spezifikation ab, die in deiner Betriebsanleitung angegeben sind, und überlass das Grundöl der Mischung des Herstellers.